Telekommunikation in der digitalen Welt des Internets
Die
heutige moderne Telekommunikation hat eigentlich erst mit
dem Aufkommen des modernen Internets und mit der Nutzung von
Handys als Massenprodukt an Bedeutung gewonnen. Gab es bei
der Einführung des "modernen Internets" (HTML
+ grafische Darstellung der Webseiten durch Browser) fast
ausschließlich Analog-Verbindungen für die Kommunikation,
so wurden diese Verbindungen relativ schnell auf digitalisierte
Verbindungen umgestellt. Dies gilt sowohl für den Festnetzbereich
als auch für Mobilfunk.
Als der Britte Tim Berners Lee die HTML-Sprache mit ihren bequemen
Hyperlinks "erfand" und der Schwede Marc Andreessen
maßgeblich daran beteiligt war, den ersten erfolgreichen
Webbrowser Netscape auf den Weg zu bringen, war der explosionsartige
Boom der Internet-Webseiten nicht mehr aufzuhalten, doch damals
(Mitte der 1990er Jahre) wurde diese Form der Kommunikation
noch durch analoge Internet-Verbindungen stark gehemmt. Der
Grund: Die auf den Webseiten eingestellten Grafiken waren im
Gegensatz zu den einfachen Texten einfach zu groß, um
sich über analoge Telefonverbindungen störungsfrei
und schnell übermitteln zu lassen.
Für eine Übergangszeit wurde dann die digitale
Übertragungstechnologie ISDN auch für Internet-Verbindungen
genutzt, doch derartige Verbindungen waren für den Endverbraucher
(im Verhältnis zu den heutigen Tarifen -Stand 06/2010)
unglaublich teuer. Der Internet-Kunde benötigte nicht
nur den eigentlichen Telefon-Anschluss sondern auch noch einen
Surf-Tarif, wobei die Übertragungsgeschwindigkeiten eine
theoretische Größe von gerade einmal 64 KBit/s
hatten (Zum Vergleich, heutige VDSL-Verbindungen bieten Geschwindigkeiten
von bis zu 50 MBit/s).
Die heutigen Verbindungen im Festnetzbereich basieren auf
Hochgeschwindigkeitsleitungen. Die größte Verbreitung
erfährt dabei die DSL-Technologie mit DSL, ADSL2+ und
VDSL. Je nach Verbindungsart stehen Geschwindigkeiten von
bis zu 6, 16 oder 50 MBit/s zur Verfügung. Die deutschen
Kabel-Provider bieten heute bundesweit Glasfaserverbindungen
mit Geschwindigkeiten von 32 MBit/s als Standard-Angebot,
100 MBit/s als regional begrenzte Angebote und 200 MBit/s
als Teststrecken (Stand 06/2010).
Mit dem Aufkommen der Mobilfunk-Geräte als Massenprodukt
(um die Jahrtausendwende), wurden auch die Mobilfunknetze
umgestellt und optimiert. Gab es Anfang der 1990er Jahre noch
das analoge C-Netz, so wurde dieses Netz auf das heutige GSM-Netz
(D1 - T-Mobile, D2 - Vodafone, E1 - E-Plus und E2 - O2-Germany)
umgestellt. Für die Übermittlung von Daten wurden
die GSM-Netze sukzessive zunächst auf GPRS und EDGE aufgerüstet.
Seit dem Jahre 2003 gibt es in Deutschland zusätzliche
UMTS-Netze mit dem Datentuner "HSPA" und Geschwindigkeiten
von bis zu 28,8 MBit/s. In der Praxis allerdings werden von
den Mobilfunk-Netzbetreibern derzeit (Stand 06/20109 UMTS-Geschwindigkeiten
von bis zu 384 KBit/s (E-Plus), 3,6 MBit/s (O2-Germany) oder
7,2 MBit/s (Vodafone + T-Mobile) geboten.
Dennoch: Das digitale Zeitalter der Telekommunikation ist
heute nicht mehr aufzuhalten. Neben Glasfaser, DSL und UMTS
gibt es weitere Technologien und Angebote wie beispielsweise
WiMAX oder auch die geplante LTE-Technologie, die in den kommenden
Jahren über die Frequenzen der "Digitalen Dividende"
realisiert werden soll. Die "Digitale Dividende"
basiert auf frei gewordenen Frequenzen aus der Umstellung
der Rundfunk-Technologie von Analog auf Digital.
Hierbei wurden bis zu 90 Prozent der ursprünglich reservierten
Kapazitäten frei. Diese Frequenzen wurden Mitte 2010
an die Mobilfunk-Netzbetreiber versteigert. Die Aufrüstung
der vierten Mobilfunk-Generation (4G) mit Geschwindigkeiten
von bis zu 100 MBit/s ist also in greifbarer Nähe.
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